Alpleben

 

Weitere Impressionen zum Alpleben finden Sie u.a. in unseren authentischen Kurzfilmen.

 

Die Alpbetriebe liegen über den Dörfern an Berghängen, auf hohen Terrassen und in Alpmulden. Oft können sie nicht vom Talbetrieb aus bewirtschaftet werden. Deshalb sind die Älpler Halbnomaden: im Sommer ziehen sie mit Hab und Gut auf die Sömmerungsbetriebe. Seit Generationen haben Behörden und Korporationen dafür gesorgt, dass die Alpen nachhaltig bewirtschaftet werden. Die Alpen sind „geseyt“, d. h. sie werden nur mit einer ganz bestimmten Anzahl Tiere „bestossen“. Dadurch werden die Alpweiden weder über- noch unternutzt und sind so seit Jahrhunderten natürlich und funktionstüchtig erhalten geblieben.

Arbeitsreiche Tage
Ab Ende Mai ziehen Vieh und Sennen mit grossem Prunk hinauf in den Bergfrühling und verbringen dort 80 bis 120 Tage. Die Arbeit für Mensch und Tier ist streng, der Komfort gering. Auf der Alp sind von frühmorgens bis spätabends, an sieben Tagen pro Woche und ungeachtet des Wetters viele Arbeiten zu erledigen: melken, käsen, buttern, Schweine füttern, Klauen pflegen, Mist ausbringen, Weiden säubern, Holz rüsten, kochen, flicken, verlaufene Tiere suchen. Trotz harter Arbeit und anstrengendem Alltag bleibt den Älplern ab und zu Zeit zu Träumereien, Wildtierbeobachtungen, Jodellieder, Musik und Tanz, „Abendsitzen“ mit Erfahrungsaustausch und Geschichten erzählen.

Gerätschaften
Obschon heute auch einige Alpbetriebe moderne Einrichtungen haben, wird von den Älplern grosser Wert auf betriebseigene Materialien gelegt: Milch und Käsebruch werden über einem Holzfeuer erwärmt, Werkzeug und Gerät haben lange örtliche Tradition, grosse Teile der Alphütten sind aus alpeigenem Holz und aufgelesenen Steinen gebaut. Die Käse werden mit viel Handarbeit hergestellt, was auf der Alp wesentlich anspruchsvoller ist als in der mechanisierten Talkäserei. Verlangt werden Fingerspitzengefühl und Erfahrung; besonders schwierig ist der Umgang mit dem Feuer und der Milch, die sich mit Wetterwechseln und unterschiedlichem Futter ständig verändert.

Abschied
Wenn im Herbst die Tage kürzer werden und Gras und Kräuter langsamer wachsen, ist es Zeit, die Kühe auf die unteren "Stafel" und später auf den Heimbetrieb im Tal zu treiben. Mit etwas Wehmut brechen die Herden Richtung Tal auf. Die festliche Alpabfahrt der geschmückten Tiere und Menschen soll den Abschiedsschmerz überdecken. Der fröhliche Chästeilet, bei dem die Alpkäse an die Kuhbesitzer aufgeteilt werden, bildet den würdigen Schlusspunkt des Alpsommers.

Verantwortung
Die harte und entbehrungsreiche Zeit weckt Emotionen; deswegen kann auf der Alp nur Erfolg haben, wer mit Leib und Seele Älpler ist. Die Verantwortung für eine Herde kostbarer Kühe und täglich Hunderte Liter Milch ist gross. Erfolg und Misserfolg liegen nahe beisammen. Strenge Kontrollen sorgen dafür, dass nur bester Alpkäse zu Ihnen kommt. Ein schönes Stück Alpkäse ist der Stolz jedes Sennen. Geniessen Sie dieses Stück Schweizer Tradition!

Bücher zu den Alpen und den Alpbeizli
Werd&Weber AG der Genuss-Verlag aus Thun hat zahlreiche einladende Bücher über die Alpen und die Alpbeizli im Berner Oberland publiziert. Finde Sie unten den Link dazu.

Bücher zum Alpleben (Werd&Weber AG)

Führer der Alpbeizli im Berner Oberland (Werd&Weber AG)

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