Alpleben

Alptagebuch von der Alp Staldenweide - Siebenbrünnen

ALPTAGEBUCH SIEBENBRÜNNEN von Silvan und Doris Allemann, Lenk:

Folge 1: Familie Doris und Silvan Allemann, Lenk schreiben uns regelmässig von ihrem Alpsommer 2019. Ihre Bio-Alp liegt direkt bei den Siebenbrünnen, bei der Quelle der Simme.
"Da wir wegen dem kühlen Wetter die Alpauffahrt verschoben haben, nutzten wir die Zeit vergangene Woche für diverse Erneuerungen. Wir haben in der Käseküche eine neue Türe montiert und die Einrichtung etwas umgestellt. Wir hoffen nun auf wärmere Temperaturen, damit der Bergbach, der uns mit Wasserkraft versorgt, bald soviel Wasser führt, damit der Strom auch für den Betrieb der Melkmaschine reicht. Der Stall und die Liegeboxen wären für unsere Kühe schon bereit!"
Sind wir gespannt, ob es diese Tage auf den unteren Stafel, die Staldenweide geht und was alles uns erwartet....
Auf den Alpen hat die Natur das Zepter in der Hand. Wir von CasAlp wünschen allen Älplerinnen und Älplern einen guten Sommer 2019!

Folge 2: "Aufgrund der Wettervorhersage haben wir für letzten Samstag mit genügend Wasser für die Stromproduktion gerechnet und sind am Morgen auf die Staldenweide gezügelt. Da das Wasser immer noch knapp war, mussten wir nachmittags die Fassung im Lawinenkegel suchen und anschliessend ausgraben und die Wasserzufuhr optimieren. Seither haben wir genügend Strom und konnten uns - ausser einigen Stomunterbrüchen wegen Lawinen - gut einleben auf der Alp. In den nächsten Tagen werden auch Yvonne und Beat wieder auf die Alp kommen, um das Beizli bei den Siebenbrunnen für die Sommersaison vorzubereiten." (Ab Juni täglich offen.)
Wir von CasAlp freuen uns ob diesem positiven Bericht und wünschen weiterhin viel Energie für den Saisonstart!

Folge 3: "Dank der nun endlich warmen Temperaturen ist mittlerweile die Natur richtig in Schwung gekommen. So haben wir die Alp Siebenbrunnen nun auch parat, und das Beizli hatte an Auffahrt Saisonstart. Mit den Kühen verbleiben wir nur noch bis Donnerstag auf der Staldenweide, dann zügeln wir für ca. 2 Wochen zu den Siebenbrunnen und überweiden dort die Läger ein erstes Mal."

Vielen Dank euch für den interessanten Bericht.
Infos zur Herstellung von Berner Alpkäse AOP siehe www.casalp.ch

Folge 4: "Inzwischen sind auf der Alp noch Schafe und 4 Jak für die Sömmerung angekommen. Die Tiere freuen sich nun am frischen Alpengras und auf einen hoffentlich unfallfreien Sommer. An Pfingsten konnten wir endlich die ersten Mutschli von diesem Sommer anschneiden und haben so wieder mehr Auswahl im Käsesortiment. Auch der Käsekeller beginnt sich langsam mit Käse zu füllen und bereitet uns immer mehr Arbeit..."

Alpleben - auf jeder Alp einzigartig, intensiv und auch schön

Weitere Impressionen zum Alpleben finden Sie u.a. in unseren authentischen Kurzfilmen.

 

Die Alpbetriebe liegen über den Dörfern an Berghängen, auf hohen Terrassen und in Alpmulden. Oft können sie nicht vom Talbetrieb aus bewirtschaftet werden. Deshalb sind die Älpler Halbnomaden: im Sommer ziehen sie mit Hab und Gut auf die Sömmerungsbetriebe. Seit Generationen haben Behörden und Korporationen dafür gesorgt, dass die Alpen nachhaltig bewirtschaftet werden. Die Alpen sind „geseyt“, d. h. sie werden nur mit einer ganz bestimmten Anzahl Tiere „bestossen“. Dadurch werden die Alpweiden weder über- noch unternutzt und sind so seit Jahrhunderten natürlich und funktionstüchtig erhalten geblieben.

Arbeitsreiche Tage
Ab Ende Mai ziehen Vieh und Sennen mit grossem Prunk hinauf in den Bergfrühling und verbringen dort 80 bis 120 Tage. Die Arbeit für Mensch und Tier ist streng, der Komfort gering. Auf der Alp sind von frühmorgens bis spätabends, an sieben Tagen pro Woche und ungeachtet des Wetters viele Arbeiten zu erledigen: melken, käsen, buttern, Schweine füttern, Klauen pflegen, Mist ausbringen, Weiden säubern, Holz rüsten, kochen, flicken, verlaufene Tiere suchen. Trotz harter Arbeit und anstrengendem Alltag bleibt den Älplern ab und zu Zeit zu Träumereien, Wildtierbeobachtungen, Jodellieder, Musik und Tanz, „Abendsitzen“ mit Erfahrungsaustausch und Geschichten erzählen.

Gerätschaften
Obschon heute auch einige Alpbetriebe moderne Einrichtungen haben, wird von den Älplern grosser Wert auf betriebseigene Materialien gelegt: Milch und Käsebruch werden über einem Holzfeuer erwärmt, Werkzeug und Gerät haben lange örtliche Tradition, grosse Teile der Alphütten sind aus alpeigenem Holz und aufgelesenen Steinen gebaut. Die Käse werden mit viel Handarbeit hergestellt, was auf der Alp wesentlich anspruchsvoller ist als in der mechanisierten Talkäserei. Verlangt werden Fingerspitzengefühl und Erfahrung; besonders schwierig ist der Umgang mit dem Feuer und der Milch, die sich mit Wetterwechseln und unterschiedlichem Futter ständig verändert.

Abschied
Wenn im Herbst die Tage kürzer werden und Gras und Kräuter langsamer wachsen, ist es Zeit, die Kühe auf die unteren "Stafel" und später auf den Heimbetrieb im Tal zu treiben. Mit etwas Wehmut brechen die Herden Richtung Tal auf. Die festliche Alpabfahrt der geschmückten Tiere und Menschen soll den Abschiedsschmerz überdecken. Der fröhliche Chästeilet, bei dem die Alpkäse an die Kuhbesitzer aufgeteilt werden, bildet den würdigen Schlusspunkt des Alpsommers.

Verantwortung
Die harte und entbehrungsreiche Zeit weckt Emotionen; deswegen kann auf der Alp nur Erfolg haben, wer mit Leib und Seele Älpler ist. Die Verantwortung für eine Herde kostbarer Kühe und täglich Hunderte Liter Milch ist gross. Erfolg und Misserfolg liegen nahe beisammen. Strenge Kontrollen sorgen dafür, dass nur bester Alpkäse zu Ihnen kommt. Ein schönes Stück Alpkäse ist der Stolz jedes Sennen. Geniessen Sie dieses Stück Schweizer Tradition!

Bücher zu den Alpen und den Alpbeizli
Werd&Weber AG der Genuss-Verlag aus Thun hat zahlreiche einladende Bücher über die Alpen und die Alpbeizli im Berner Oberland publiziert. Finde Sie unten den Link dazu.

Bücher zum Alpleben (Werd&Weber AG)

Führer der Alpbeizli im Berner Oberland (Werd&Weber AG)